Welschriesling

Ursprünglich aus der Champagne in Frankreich kommend, ist der Welschriesling jene Weinsorte die am häufigsten in der Steiermark angebaut wird.

Die Rebe treibt spät aus und hat hellgrüne, weißwollig behaarte Triebspitzen.

Die Blätter sind mittelgroß, rund, fünflappig und tief eingeschnitten, die Blattunterseite ist etwas behaart.

Die Traube ist klein und walzenförmig mit charakteristischer Beitraube. Die Beeren sind klein bis mittelgroß, rund und besitzen eine charakteristischen Narbenpunkt. Im Wachstum sind die Beeren hellgrün, in der Vollreife honiggelb und sonnenseitig braun gefleckt. Welschriesling eignet sich für warme Lagen. Er braucht leichte sandige Böden mit guter Nährstoff- und Wasserversorgung. 

Als Jungwein hellgrün-gelblich in der Farbe fällt er vor allem durch frisch-fruchtige Noten auf. Sehr guter Welschriesling erinnert im Duft an grüne Äpfel.

Er schmeckt - durch die gut eingebundene Säure - spritzig bis fein-würzig. Der Welschriesling paßt als Wein perfekt zur steirischen Jause am Buschenschank. Er trinkt sich am besten als Jungwein und gefällt als steirischer Klassiker bereits am Beginn eines Weinjahres. Ein perfekter Begleiter in den Frühling…

Weißburgunder

Der Weißburgunder, auch bekannt als Weißer Burgunder, Klevner oder Pinot blanc, stammt aus Frankreich und ist eine sehr alte Sorte. 

Beim Austrieb sind die Triebspitzen stark wollig und weißlich gelb bis grau-grün. Die Blätter sind mittelgroß, dreilappig und fast ohne Buchtung. Stiel und Rippen sind auf der Blattunterseite borstig behaart.

Die Traube ist klein bis mittelgroß und dichtbeerig. Die Beeren sind klein, dünnschalig, durchscheinend gelb-grün und fein gepunktet. 

Die Sorte reift mittelfrüh und bringt in sehr guten Lagen Spitzenqualitäten. Sie bevorzug trockene, kalkreiche Böden. Für feuchte, tonhaltige Böden ist der Weißburgunder nicht geeignet.

Als junger, schlanker Wein eher neutral – duftet er im reiferen Stadium intensiver, fast nussig.

Kleinere Jahrgänge bringen leichte, zarte Weine hervor – in guten Jahrgängen kann der Weißburgunder ein hochwertiger, harmonischer und sehr vollmundiger Wein sein. 

Morillon

Der Morillon, ist als Synonym des Chardonnay`s bekannt und zählt zu den weltweit meist verbreitetsten Weißweinsorten. Er stammt aus Frankreich wo er als Chablis Weltruhm erreicht. Neben dem Sauvignon blanc ist er eine der wichtigsten Sorten der Steiermark. 

Im Frühling treibt diese Sorte früh aus. Glänzend, gelblich bis hellgrün sind die Triebspitzen. Die Blätter sind ähnlich denen des Weißburgunders. Die Traube ist mittelgroß, kurz verästelt und lockerbeerig. Die Beeren sind dünnschalig, gelb und sonnenseitig bräunlich. Morillon gehört zu den etwas später reifenden Rebsorten.

Die Rebsorte Morillon gedeiht am besten auf kalkfreien schottrigen Steinböden.

Strohgelb erscheint er im Glas, in der Nase wirken vielfältige Fruchtaromen. Am Gaumen wird er als vollmundig und extraktreich empfunden. Die fruchtige Säure verleiht auch hochreifen Morillons eine lebhafte Raffinesse.

Sauvignon blanc

Der Sauvignon blanc stammte ursprünglich aus Frankreich. Lange Zeit wurde er, verwirrender Weise, in Österreich als Muskat Sylvaner bezeichnet. 

In den letzten Jahren gelangten Sauvignon´s aus der Steiermark zu Weltruhm. Internationale Verkostungserfolge machen diese Rebsorte zum Shootingstar unter den steirischen Reben. Der, 2008 in Graz abgehaltene „World Sauvignon Congress“ brachte Sauvignon´s aus der ganzen Welt in die Steiermark. Zahlreiche Vergleichsverkostungen unterstrichen die Kompetenz der Steiermark bei dieser Rebsorte. 

Sauvignon blanc zählt zu den spät austreibenden Rebsorten. Die Triebspitzen sind weiß und wollig behaart. Die Blätter sind mittelgroß, breit, fünflappig und stark gewellt. Die Blattunterseite ist feinwollig behaart. 

Die Traube ist klein, zylindrisch und dichtbeerig. Die Beeren sind länglich und dickschalig.

Der Sauvignon blanc verlangt warme, frühe Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit sowie fruchtbare Böden mit guter Wasserführung.

Grünliche Reflexe im Glas zeichnen junge Sauvignon´s aus. Reifere Weine erscheinen in einem kräftigen grün-gelb. Auch im Duft unterscheidet sich der klassische Sauvignon vom reiferen Typ. Von brennesselartig bis grasig, im reiferen Stadium würzige Paprikatöne bis zum kräftigen Cassis – also Duft nach reifer, schwarzer Ribisel. 

Gelber Muskateller

Der Gelbe Muskateller, eine Spielart des Muskatellers, ist neben dem Sauvignon blanc eine der wichtigsten Rebsorten der Steiermark. Nur hier, bedingt durch die hohen Temperaturunterschiede im Herbst, gedeihen Muskateller mit einzigartiger Fruchtnote und interessantem Säurespiel.

Die Rebe stammt höchstwahrscheinlich aus Vorderasien und zählt zu den Ältesten unter den bekannten Rebsorten. Sie treibt mittelfrüh aus und besitzt leicht bronzierte, wollig behaarte und breite Triebspitzen.

Die Blätter sind groß, meißt fünflappig und tief eingeschnitten. 

Die Trauben sing groß, länglich, dichtbeerig und oft an kurzen Stielen verästelt. Die großen Beeren sind gelb oder rot und sonnenseitig rot-bräunlich. Muskatellerbeeren besitzen eine dicke Schale und festes Fruchtfleisch. 

Muskateller liebt warme, trockene und luftige Lagen sowie tiefgründige, sandige jedoch kalkarme Böden.

Im Glas hellgelb, entwickelt er in der Nase zarte bis intensive Muskatellerduftnoten. Bereits beim Verkosten reifer Muskatellertrauben ist dieser Duft markant. Trocken ausgebaut ist der Gelbe Muskateller ein perfekter Aperitifwein. Mit einer Trinktemperatur von 8-10 Grad stellt er alle anderen Aromasorten in den Schatten. Spritzig-feine Muskateller passen vor allem im Sommer zu vielen leichten Speisen.  

Grauburgunder (Ruländer)

Der Grauburgunder, auch bezeichnet als Ruländer, Grauer Burgunder oder Pinot gris, ist durch Knospenmutation aus dem Blauen Burgunder entstanden und stammt wie viele andere Reben aus Frankreich. 

Die Triebspitzen sind hellgrün und weißwollig, die Rebe treibt spät aus. Die Blätter des Grauburgunders sind mittelgroß, rund und dreilappig. Auffallend ist das derb-blasige Aussehen. Die Trauben sind klein und dichtbeerig. Die Beeren sind klein, oval, dünnschalig und graurot.

Der Grauburgunder verlangt gute Lagen mit tiefgründigen, nährstoffreichen Böden. Er ist keine Sorte für trockene Standorte.

Der Wein ist gelb-grün, bei höherer Reife zart rötlich. Je nach Ausbauart erscheint er in der Nase zart fruchtig bis karamelig. Am Gaumen entwickelt er vollmundige, harmonische Geschmacksnoten. Im Alkoholgehalt liegt der Grauburgunder auf Grund der meist hohen Erntereife höher als andere Weißweine. Ein perfekter Begleiter zu Wildspeisen und Pasteten.

Rheinriesling

Der Rheinriesling ist auch unter den Synonymen Riesling oder Weißer Riesling bekannt. Er stammt höchstwahrscheinlich aus Deutschland.

Diese Sorte treibt spät aus. Die Triebspitzen sind gelblich-grün, wollig behaart, leicht bronziert und offen.

Mittelgroße Blätter, drei- und fünflappig, stumpf gezähnt und an der Unterseite rauh behaart mit blasig derber Blattoberseite lassen diese Rebsorte erkennen.

Die Trauben sind klein bis mittelgroß und lockerbeerig. Die Beere ist klein bis mittelgroß mit grün bis gelbgrünem Narbenpunkt. Sonneseits wird die Beere in der Reife braun.

Rheinriesling verlangt beste Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Er bevorzugt warme, leichte Böden. Die besten Qualitäten erreicht er auf trockenen, steinigen Urgesteinsböden.

Grünlich-gelb erscheint er im Glas, der Duft erinnert an zarte Rosen, in höherer Reife an Pfirsich oder Marille. Sortentypisch ist die kräftige Säure die eine hohe Ernterreife und viel Können in der Vinfizierung verlangt, damit der Rheinriesling als angenehmer Wein empfunden wird. 

Müller Thurgau

Der Müller Thurgau, auch bekannt als 

Rivaner wurde im vorvorigen Jahrhundert in Thurgau in der Schweiz aus den Sorten Riesling und Gutedel gezüchtet.

Die Triebe sind im Frühling hellgrün gelblich mit zart rotem Anflug, die Blätter sind mittelgroß, fünflappig und sehr scharf gezahnt. Die Blattunterseite ist entlang der Nerven leicht wollig behaart; 

Die Traube ist groß, lockerbeerig mit mittelgroßen, gelblich-grünen Beeren. Eine harte Schale und der intensive Muskatgeschmack läßt die Sorte gut erkennen. 

Müller Thurgau reift früh.

Der Wein erschein mit hellem Grüngelb im Glas wird ergänzt durch zartes Muskatbukett.

Vor allem als junger Wein, in der Steiermark vielfach als Cuveepartner im „Steirischen Junker“ ist er ein frischer, fruchtiger Vertreter. Die frühe Reife macht ihn bereits im November gut trinkbar ( Hauptsorte im Steirischen Junker).

Traminer

Traminer, mit seinen Spielarten Gewürztraminer und Weißer Traminer ist eine sehr alte Rebsorte. Ob er tatsächlich aus Tramin in Südtirol stammt ist nicht erwiesen.

Der Traminer gehört zu den spät austreibenden Rebsorten. Seine Triebspitzen sind stark weißwollig behaart, rot gerändert und offen. Die Blätter sind klein, rund und dreilappig, unregelmäßig gezähnt und an der Unterseite graugrün behaart.

Die Traube ist klein, kegelig, oft verästelt und dichtbeerig. Die Beere ist dickschalig und fleischig, je nach Spielart meißt fleischfarbig, von hellrot bis dunkelrot wie beim roten Traminer oder gelb. 

Der Traminer verlangt für hohe Qualitäten sehr gute und vor allem frühe Lagen. Hervorragend geeignet sind Böden auf vulkanischem Gestein wie Basalt oder Tuff.

Je nach Reife ist der Traminer im Glas hell bis kräftig gelb, Gewürztraminer weisen auch rötlich-gelbe Reflexe auf. Eine besonders intensive Duftfülle, bis hin zum Duft von wilden Rosen, zeichnet diese Sorte aus. Am Gaumen wirkt eine sehr feine Säure. Die Vielfalt reicht von trockenen, zarten Vertretern in der Südsteiermark bis zur alkoholreichen Variante mit ausgewogener Restsüße aus dem Anbaugebiet rund um Klöch im Steirischen Vulkanland.

Zweigelt blau

In der Steiermark ist der Anbau von Rotwein-Rebsorten eher untergeordnet. Als markanten Vertreter dürfen wir ihnen hier die Sorte Blauer Zweigelt vorstellen. Er ist eine Züchtung aus dem Jahr 1922 von Prof. Zweigelt der an der höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Klosterneuburg wirkte und entstammt der Kreuzung Blaufränkisch x St. Laurent.

Zweigelt treibt früh aus und hat bronzierte glatte Triebspitzen.

Die Blätter sind mittelgroß, dreilappig und wenig gebuchtet.

Die Traube ist groß, kegelförmig und dichtbeerig. Die Beere ist mittelgroß, hartschalig und saftig.

Zweigelt benötigt mittelfrühe, besser noch frühe Lagen und nährstoffreiche Böden. 

 Im Glas erkennt man Zweigelt an kräftigem rubinrot mit violettem Schimmer, bei hoher Reife ist er tief dunkelrot. Sein Duft erinnert an Beeren und Kirschen. Am Gaumen wird er fruchtig bis samtig – durch mittleren Tanningehalt beeinflußt – empfunden.